Hundert Jahre Stefan Heym

Hundert Jahre Stefan Heym

Unter dem Titel „Demokratie und Dichtung: 100 Jahre Stefan Heym“ veranstaltet das Einstein-Forum in Potsdam eine Diskussion über das literarische und politische Erbe Heyms – mit prominent besetztem Podium:

Egon Bahr, Berlin
Christoph Hein, Berlin
Dietger Pforte, Berlin
Fritz Pleitgen, Köln

Donnerstag, 2. Mai 2013, 19 Uhr
Einstein Forum
Am Neuen Markt 7
14467 Potsdam

Musik: Kleines Welttheater Chemnitz

Im April 2013 wäre Stefan Heym hundert Jahre alt geworden. In Er­innerung an ihn diskutieren vier seiner Weg­­begleiter darüber, wie sein Leben und Schaffen zu wür­­digen ist. Als Schriftsteller ist Stefan Heym im­mer zu­gleich kritischer Intellektueller geblieben, ob als U.S. Bür­ger, als Bürger der DDR, schließlich auch als Alters­prä­si­dent des Bundestages im wiedervereinigten Deutsch­land. Somit kommt neben dem literarischen Werk immer auch das Politische in Be­tracht. Wie findet man eine Spra­che, die sich nicht vereinnahmen lässt? Wie und wann sucht ein Schrift­steller die Öffentlichkeit? Und vor allem: wie geht man mit kritischen Stim­men in der Demokratie um? Vor und nach der Diskussion spielt das Kleine Welt­theater Chemnitz originell vertonte Gedichte von Heym. Diese sind weit­gehend unveröffentlicht, klingen aber, als ob sie gestern erst ge­schrieben worden wären.

Egon Bahr, Berlin
Bundesminister a.D., ehem. Bundestagsabgeordneter. Er gilt als einer der entscheidenden Vordenker und Mitgestalter der Ostpolitik der Regierung Brandt von 1972 bis 1974 als Bundesminister für be­son­dere Aufgaben und danach als Bundesminister für wirtschaftl­i­che Zusammenarbeit. Von 1976 bis 1981 war Bahr Bundes­ge­schäfts­führer der SPD.

Christoph Hein, Berlin
Schriftsteller und Übersetzer. Christoph Hein wurde in Heinzendorf/Schlesien geboren, zog nach Kriegsende mit seiner Familie nach Bad Düben bei Leipzig. Er studierte Philosophie und Logik an der Universität Leipzig und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt-Universität zu Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Haus­autor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm mit dem Er­zählband Einladung zum Lever Bourgeois (1980) und mit der nachfolgenden Novelle Der fremde Freund (1982). Seitdem folgten zahlreiche und vielfach preisgekrönte Romane, Thea­ter­stücke, Er­zählungen und Essays, wie auch Über­setzungsarbeiten. Zuletzt erschienen sind der Roman Weiskerns Nach­lass (2011) und der Erzählband Vor der Zeit – Korrekturen (2013).

Dietger Pforte, Berlin
Literaturwissenschaftler. Er studierte Germanistik, Philosophie und Theaterwissenschaft in Bonn, Köln und an der Technischen Universität Berlin, wo er 1974 auch promovierte. Danach leitete Dietger Pforte lan­ge Jahre das Literaturreferat in der Berliner Senats-Kulturverwaltung und war von 1994 bis 2009 Hono­rarprofessor für Neuere deutsche Literatur an der Freien Universität Berlin. Zudem war er bis 2011 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Schillerstiftung. Seitdem ist er Mitglied des Vorstands der Inge Deutschkron Stiftung. Dietger Pforte ist Ehrenmitglied der Internationalen Stefan-Heym-Gesellschaft, Chemnitz.

Fritz Pleitgen, Köln
Journalist und ehemaliger Intendant des Westdeutschen Rundfunks. Fritz Pleitgen war ARD-Korrespondent in Moskau, Ostberlin, Washington und New York. Anschließend wurde er Fernseh-Chefredakteur, Hörfunkdirektor und Intendant des WDR. In den Jahren 2001 und 2002 war er Vorsitzender der ARD und von 2006 bis 2008 Präsident der Europäischen Rundfunkunion. Von 2007 bis 2010 leitete er als Chef der RUHR.2010 GmbH mit Erfolg die Organisation der Europäischen Kulturhauptstadt „Essen für das Ruhrgebiet“. Zu seinen vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten zählt seit 2011 auch die Präsidentschaft der Deutschen Krebshilfe.